Siem Reap - Angkor
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Anreise
Siem Reap wird von folgenden Orten aus angeflogen:
- Bangkok (Don Mueang: AirAsia; Suvarnabhumi: Bangkokair)
- Singapur (Silkair und Jetstar)
- Vietnam (Hanoi, Danang, Ho Chi Minh City mit Vietnam Airlines)
- Kuala Lumpur (Malaysia Airlines und AirAsia)
- Seoul (Asiana)
- Phnom Penh (Siem Reap Air)
- Sihanoukville (Cambodia Angkor Air)
Am preiswertesten ist die Verbindung mit AirAsia von Bangkok aus. Der einfache Flug kostet meist unter 2.000 Baht (etwa 54€). Vom Flughafen in die Innenstadt zahlt man 10 USD für ein Taxi. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Wer nicht viel Gepäck hat, kann das Flughafengelände verlassen und eines der Tuk Tuks nehmen, die dort warten. Der Fahrpreis beträgt 5 USD in die Innenstadt.
Anreise per Bus aus Thailand
Viele Siem Reap-Reisende kommen aus Thailand nach Kambodscha. Am preiswertesten ist die Fahrt von Bangkok aus mit dem Überlandbus oder dem Minibus. Man hat die Möglichkeit, Tickets für die Gesamtpassage in Bangkok (Khaosan Road) zu kaufen. Das ist jedoch teuer, und die Fahrt kann lange dauern. Besser ist es, auf eigene Faust vom Morchit oder Ekamai Busterminal einen Linienbus nach zu Aranyaprathet (3-4 Stdn.) zu nehmen. Dabei sollte man nach einem Bus fragen, der direkt bis zur Grenze fährt. Ansonsten landet man am Busbahnhof einige Kilometer von der Grenze entfernt. An der Grenzstation besorgt man sich ein Visum on-arrival für Kambodscha und nimmt den nächsten kambodschanischen Bus nach Siam Reap. Eine Alternative ist die Anreise von Trat aus, von wo ebenfalls Busse und Minibusse nach Siam Reap fahren.
Anreise von Phnom Penh
Von Phnom Penh aus kann man per Bus, Boot oder Flugzeug (s.o.) anreisen. Klimatisierte Expressbusse (Minivans z.B. von Giant Ibis) fahren die Strecke mehrmals täglich für 15 USD in knapp fünf Stunden. Sie holen ihe Gäste am Hotel ab (pick up Service), und das Ticket kann online gebucht werden. Wem die Busfahrt zu beschwerlich ist oder den Wasserweg vorzieht, kann vom Sisowath Pier am Tonle Sap Fluss in Phnom Penh ein Expressboot nach Siem Reap nehmen. Die Schiffe legen um 7.30 morgens ab, der Ticketpreis beträgt 35 USD für die 5-6-stündige Fahrt über den Tonle Sap Fluss und den Tonle Sap See. Wobei nur die erste Hälfte der Reise landschaftlich interessant ist, denn danach geht es quer über den See, und es ist nur noch Wasser zu sehen. Ankunft ist in Chong Khneas, von wo Taxen die letzten 15 Km bis in die Stadt übernehmen. Einige Dollar Taxikosten kommen also zum Bootsticketpreis hinzu.
Einreise und Visum
Aktuelle Infos beim Auswärtigen Amt =>.
Für die Einreise nach Kambodscha wird ein Visum benötigt! Dieses kann bei Einreise am Flughafen Phnom Penh
oder Siam Reap oder vor Reiseantritt - auch als e-Visum (www.evisa.gov.kh) - beantragt werden. Es ist ab Ausstellungstag drei
Monate gültig und ermöglicht eine einmalige Einreise für 30 Tage. Die Kosten betragen 30 USD. Der Reisepass
muss nach Abreise noch mindestens sechs Monate Gültigkeit besitzen, und man benötigt ein Passbild (digital oder Papier, je nach Visum).
Alle Reisenden müssen seit 2024 zusätzlich die "Cambodia e-Arrival Card"
ausfüllen, frühestens 7 Tage vor Einreise. Man sollte sich kurz vor Reiseantritt über den letzten Stand der
Regelung informieren, besonders, wenn man über Land oder über den Mekong von Vietnam oder Thailand aus einreisen will.
TIPP: das e-visa kostet zwar 6 USD mehr, man benötigt aber bei der Einreise kein Passbild mehr und kann direkt
zum Immigration-Schalter gehen, während es zum Teil lange Warteschlangen für das Visa-on-arrival gibt.
Wetter, Klima und beste Reisezeiten
Kambodscha gehört wie die meisten südostasiatischen Länder zu den Monsungebieten, in denen es eine trockene Zeit von Mitte November bis Mitte Mai gibt und eine Regenzeit von Mai bis November. Von Dezember bis Ende Februar ist es meist sehr trocken und nicht zu heiss. Im März und April ist es weiterhin trocken, und es kann sehr heiss werden (über 40 Grad), so dass man die Nachmittagsstunden am besten im Hotel oder einem Restaurant verbringt. Abends und nachts ist es immer angenehm warm. Von Mai bis November gibt es häufig Gewitterschauer und es ist häufig bewölkt und windig. Dauerregen ist jedoch extrem selten.
Beste Reisezeit ist für Siem Reap und Angkor ist von November bis März. Dann ist es meist sonnig, allerdings auch sehr voll. Voller kann es auch in den Sommermonaten Juli und August sein.
Geld
Bezahlt wird fast überall mit US-Dollar. Kleines Wechselgeld gibt es auch in kambodschanischer Währung. Der feste Wechselkurs beträgt 4000 Riel für einen Dollar. ATM-Maschinen und Geldwechsler gibt es in Siem Reap.
Weitere Infos:
- Zeit: MEZ plus 6 Stdn / MESZ plus 5 Stdn.
- Telefon und Internet: Wifi in allen Hotels kostenlos, Mobiltelefon funktioniert. Es ist empfehlenswert, sich gleich am Flughafen eine kambod. SIM-Karte und 2$ Guthaben zu kaufen.
- Strom: 220 Volt mit Adapter (US-Adapter); Eurostecker funktioniert ohne Adapter
- Impfungen: keine Vorschriften
- Medizinische Versorgung in Siem Reap recht gut
- Geldautomaten und Geldwechsel überall in Siem Reap vorhanden
Angkor Wat vor Sonnenaufgang by kasto / 123RF.com
Über Siem Reap
Siem Reap gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten in Asien. Um die Jahrhundertwende zählte die aus
elf Gemeinden zusammen gesetzte Kleinstadt noch ca. 60.000 Einwohner, heute sind es mehr als 160.000.
Die Leser des auflagenstärksten Reisemagazins travel & leisure wählten Siem Reap 2014 zu dem viert beliebtesten Reiseziel der Welt und Nummer zwei in Asien.
Es gibt heute mehr als 500 Hotels, Resorts, Gästehäuser und Hostels in der Stadt, die fast zwei Millionen Gäste pro Jahr beherbergen. Unmengen an Restaurants, Bars und Geschäften sorgen für abendliche Unterhaltung.
Dies alles ist umso erstaunlicher, wenn man weiss, dass Siem Reap noch bis 1978 eine Geisterstadt war, und bis 1993 regelmäßig Überfälle und Plünderungen durch versprengte Horden der Roten Khmer vorkamen.
In aller erster Linie boomt Siem Reap wegen der Nähe zu Angkor, das sich als eines der zehn weltweit beliebtesten Sehenswürdigkeiten einem immer größer werdenden Besucherstroms gegenüber sieht. Insbesondere Ostasiaten aus China, Korea und Japan kommen in großer Zahl.
Aber mittlerweile hat die Stadt selbst auch einiges zu bieten, was einen mehrtägigen Aufenthalt lohnt. Museen (Cambodian Cultural Village, Angkor), Tempel (Angkor Wat, Wat Bo, Wat Kesararam, Wat Prom Rath, Wat Damnak), schöne und moderne Hotels und Spas, die zudem in der Masse recht preisgünstig sind, eine Vielzahl an guten, auch internationalen Restaurants, Bars, Läden, Märkte, ein einfaches und flexibles innerstädtisches Transportsystem und niedrige Preise (Tuk Tuks fahren innerhalb des Stadgebietes für einen oder zwei USD) sind Gründe für die Popularität Siem Reaps. Die Pubstreet im Herzen der Altstadt ist das allabendliche Zentrum für Freiluft-Unterhaltung. Gute Restaurants und Bars, sowie Clubs und auch Livemusik gibt es bis tief in die Nacht. Dazu kann man im Nachtmarkt oder im Alten Markt etwas shoppen gehen oder auch eine professionelle Massage genießen. Ein ganz besonderes Bonbon für Biertrinker ist die sogenannte happy hour, die eigentlich den ganzen Tag dauert und Bier vom Fass für sagenhafte 0,50 USD bietet, sowie zwei Cocktails zum Preis von einem.
Einen Dinnerabend sollte man durchaus in einem Restaurant mit Apsara-Tanzvorführung einplanen. Bekannt und beliebt ist das Buffet mit anschließender Show im Koulen Restaurant.
Tagsüber kommen weitere Attraktionen hinzu, die neben Angkor für Abwechslung sorgen. Als erstes die Nähe zum Tonle Sap See, dessen Zugang in Chong Khneas nur 15 Km südlich des Stadtzentrums liegt. Angebote für Bootsausflüge über den See durch den schwimmenden Ort oder nach Kampong Phluk werden gerne genutzt. Beliebt sind spätnachmittägliche Touren inklusive Dinner zum Sonnenuntergang.
Vogelliebhaber müssen das große Schutzgebiet am nordwestlichen Ende des Sees besuchen. Das Prek Toal Bird Sanctuary beherbergt mehr als 300 Vogelarten in einer fantastischen Sumpflandschaft.
Wer selbst aktiv sein möchte, kann dies per Mountainbike tun. Schöne Touren in die flache Umgebung durch Reisfelder oder das Angkor-Gebiet sind sehr empfehlenswert und leicht zu bewältigen. Golfspieler werden sich am Angkor Golf Club einfinden, ev. gleich im Angkor Golf Resort nordwestlich der Stadt ein Zimmer mieten.
Von beonderem Reiz sind auch Ausritte auf Elefanten oder eine Ballonfahrt über Siem Reap und Angkor. Dieses Vergnügen ist schon für wenige Dollars zu haben.
Und nach den anstrengenden Besichtigungstouren laden etliche sehr gute Welness-Spas zur Entspannung und Regeneration ein. Neben den Hotel-Spas sind z.B. folgende Angebote sehr beliebt: Sokkhak Spa, Lotus Dream Spa, Blue Hatha Spa & Massage, Blue 7 Massage & Spa, Frangipani Spa.
Hotels und Gästehäuser in Siem Reap
Das Hotelangebot in Siem Reap ist gewaltig und wird weiter steigen Vom Fünf-Sterne-Hotel bis zum billigen Zimmer ist alles zentrumsnah vorhanden. Die meisten Unterkünfte sind neu und modern. Kostenloses Wifi ist nahezu immer verfügbar. Einige Hotels bieten zudem Spa- und Wellnessprogramme an, sowie abendliche Apsara-Tanzdarbietungen.
Die Entscheidung für eine Unterkunft kann nach dem Geldbeutel erfolgen oder nach der Lage. Wer möglichst nahe zu Angkor wohnen möchte, weil das Hauptinteresse hier liegt, der sollte den nördlichen Stadtbereich wählen. Wem es wichtiger ist, möglichst in Fußnähe zu den abendlichen Unterhaltungszentren unter zu kommen, der sollte sich zwischen Zentralmarkt und Altem Markt oder im French Quarter umsehen. Die Pub Street gilt als das nächtliche Zentrum mit Bars und Restaurants. Und dann kann sich man natürlich auch in Flughafennähe oder etwas ländlicher östlich der Stadt einmieten. Hier befinden sich einige der besten Luxushotels von Siem Reap.
Die beliebtesten Hotels in Siem Reap (eine kleine Auswahl):
(aufgrund der Vielzahl hervorragender Hotels kann unsere Auswahl nicht vollständig sein)
nahe Angkor:
Sofitel Golfhotel ***** [direkt buchen]
Angkor Village Resort ***** [direkt buchen]
Le Meridien Angkor ***** [direkt buchen]
The Regency Angkor **** [direkt buchen]
Tara Hotel Angkor **** [direkt buchen]
Angkor Boutique Tropic Resort **** [direkt buchen]
Raffles Grand Hotel d´Angkor ***** [direkt buchen]
im Ostteil der Sadt:
The Privilege Floor Hotel ***** [direkt buchen]
Borei Angkor Resort & Spa ***** [direkt buchen]
Boutique Indochine Hotel & Spa **** [direkt buchen]
Sonalong Boutique Village **** [direkt buchen]
nahe Old Market und Pub Street:
Apsara Centrepole Hotel *** [direkt buchen]
Hotel Be Angkor **** [direkt buchen]
Steung Hotel **** [direkt buchen]
Ta Phrom Hotel *** [direkt buchen]
Park Hyatt Hotel ***** [direkt buchen]
Central Boutique Angkor Hotel **** [direkt buchen]
Preistipp: Shadow Angkor Villa ** [direkt buchen]
im French Quarter:
Shinta Mani Resort **** [direkt buchen]
Shinta Mani Club ***** [direkt buchen]
Memoire d´Angkor Boutique **** [direkt buchen]
Chateau d´Angkor **** [direkt buchen]
FCC Angkor Boutique **** [direkt buchen]
Victoria Angkor Resort & Spa ***** [direkt buchen]
Flughafennähe:
Anantara Resort ***** [direkt buchen]
Angkor Miracle Hotel ***** [direkt buchen]
La Palmeraie d´Angkor ***** [direkt buchen]
Sokhalay Angkor Hotel ***** [direkt buchen]
Der besondere Tipp: Phum Baitang Resort ***** [direkt buchen]
Die Tempelanlage Angkor
Besuch der Angkor-Region
In Abhängigkeit von Ihrem Interesse und der Tiefe, mit der Sie in die Geschichte und Archäologie Angkors
einsteigen wollen, sollten Sie Ihren Aufenthalt und die Besuchstage der Angkor-Region planen. Man kann die
wichtigsten drei bis fünf Tempel in einem Tag besuchen, um Fotos zu machen. Um jedoch Zeit zu haben, die Tempel
wirklich zu entdecken und die Magie der Orte auf sich wirken zu lassen, sind drei Tage notwendig, damit man
zumindest einen intensiven Eindruck mit nach Hause nimmt und sagen kann, man sei wirklich dort gewesen. Wer
möglichst viel von allem sehen und entdecken will, muss noch mehr Zeit einplanen. Für 35 USD kann man die Anlagen
mit einem deutschsprachigen Führer entdecken, was durchaus empfehlenswert ist.
Die Ticketpreise sind Anfang 2017 deutlich erhöht worden. Das Ein-Tagesticket kostet 37 USD. Drei Tage innerhalb einer Woche gibt es für 62 USD und das sieben-Tage-Ticket (innerhalb eines Monats) kostet 72 USD. Diese Tickets gelten für die unmittelbare Angkor-Region. Für den Phnom Kulen, Koh Ker und Beng Mealea sind gesondere Eintrittstickets zu kaufen.
Ab 17 Uhr gilt das Ticket für den folgenden Tag, so dass man den Sonnenuntergang am Angkor Wat oder auf dem Phnom Bakeng bis 19 Uhr erleben kann. Sonnenuntergang ist im Winter gegen 18 Uhr, im Sommer vor 19 Uhr.
Bei der Planung sollte man bedenken, dass es sehr heiss sein kann, und das Laufen und Besteigen der Tempel anstrengend ist. Wer also nicht die entsprechende Kondition mitbringt, sollte lieber vorsichtig an eine Besichtigungstour heran gehen. Die Distanzen sind groß und zu Fuß braucht es einige Zeit. Da lohnt sich die zusätzliche Investition in ein Transportmittel. Tuk Tuk-Fahrer in Siem Reap stellen ihre Fahrdienste auch ganztägig für etwa 15-20 USD zur Verfügung und fahren Besucher von Tempel zu Tempel und wieder zurück ins Hotel. Eventuell ist es sinnvoll, den Tagesbesuch nur einen halben Tag lang zu gestalten. Ab etwa 10 Uhr morgens kann es sehr warm werden.
Den Hauptzugang von Angkor, der fünf Kilometer nördlich von Siem Reap liegt, erreicht man per Tuk Tuk, Taxi oder Mopedtaxi in einer Viertelstunde. Bereits morgens um 5 Uhr haben die Ticketschalter geöffnet. Sonnenaufgang ist in den Wintermonaten zwischen 6 und 6.30 Uhr, in den Sommermonaten gegen 5.30 Uhr. Die einzelnen Tempel können bis 18 Uhr besucht werden. Ab 19 Uhr gibt es ein gesondertes Nachtticket für 15 USD. Dafür kann man die Tempel künstlich illuminiert bewundern und in der Hochsaison Apsara-Tanzveranstaltungen besuchen.
Angkor Wat bei Sonnenaufgang
Es ist mittlerweile zum Standard geworden, dass man den Besuch Angkors bei Sonnenaufgang vor dem Angkor Wat beginnt. Das kann bei klarem Himmel ein Erlebnis sein und hat den Vorteil, dass es morgens noch nicht heiss ist. Tuk Tuks oder Taxis holen ihre Gäste um etwa 4.45 Uhr vom Hotel ab und fahren zunächst zum abseits gelegenen Ticketschalter, wo man je nach Saison bis zu einer halben Sunden ansteht. Dann geht es weiter in der Dunkelheit bis kurz vor den großen Tempel, den man nach etwa 10 Minuten Fußmarsch erreicht. Wenn man sehr früh dran ist, kann eine Taschenlampe nicht schaden.
Das Sonnenaufgangserlebnis, das man sich mit hunderten anderen teilt, hat man eigentlich nur bei klarem oder
leicht bewölktem Himmel. Bei Bewölkung oder diesigem Wetter lohnt sich der frühe Zeitpunkt ansich nicht. Schöne
Fotos kann man morgens gegen das dann difuse Sonnenlicht nicht schießen. Zum Fotografieren des Angkor Wats ist
der Nachmittag besser geeignet.
Tipp: nehmen Sie sich wirklich Zeit und lassen Sie die steigenden Besucherströme einfach an sich vorbei ziehen. Setzen Sie sich an einen ruhigen schattigen Ort und nehmen Sie die Wirkung der Tempelanlagen wahr. Dann werden Sie die vielen Menschen bald gar nicht mehr stören. Es gibt immer Momente, an denen keine Besucher den Blick und das erwünschte Foto stören. Zwischen den Tempeln gibt es viele kleine und sehr nette und schattige Restaurants, in denen man die heissen Stunden des Tages verbringen oder den morgentlichen Halbtag ausklingen lassen kann.
Zumindest einen Abend sollte man reservieren, um bei klarem Himmel den Sonnenuntergang vom Phnom Bakheng oder von den Höhen des Angkor Wat zu bewundern.
Mysterium Angkor
Bis heute ist es weiterhin ein Mysterium, warum die Khmer Ihre Stadt Angkor verlassen haben und sie dem Dschungel preisgaben. Eine Stadt, die im 13. und 14. Jahrhundert wohl die Größe des heutigen New York und mehr als eine Million Einwohner hatte. Die moderne Forschung geht allerdings davon aus, dass es der Verlust der Kontrolle über die Bewässerungssysteme war, die den Untergang des Imperiums und ihrer Hauptstadt begründete. Jenes ausgeklügelte und mit immensem Aufwand erstellte Bewässerungssystems, das es erst ermöglichte, in dieser Monate lang trockenen Gegend soviele Menschen mit Nahrung und Wasser zu versorgen.
Gesichert scheint zu sein, dass das Khmerreich aus den Königreichen Funan und Chenta hervorging und 802 n.Chr.
mit König Jayavarman II seinen ersten Gott gleichen König bekam, der sich selbst als den König aller Könige und
König der Welt bezeichnete.
Die folgenden siebenhundert Jahre waren gekennzeichnet von Wachstum, Kriegen, Zeiten des Friedens und Wohlstands und Zerfall. Während seiner Blütezeit im 12. Jahrhundert reichte da Khmer-Königreich (=Kambuja) von der Grenze Chinas im Norden bis weit in die malayische Halbinsel, umfasste das gesamte heutige Thailand. Auch der Süden des heutien Laos und Vietnams zählten zum Empire. Im Osten war das Königreich Champa jedoch eine ständige Bedrohung, die 1181 mit einer militärischen Niederlage und Zerstörungen in Angkor den Höhepunkt erreichte. 1203 jedoch schlugen die Khmer zurück und besiegten Champa. Und im Westen entstand das Reich Siam und wurde zunächst unter Sukhothai und später unter Ayutthaya zur Bedrohung, die letztlich 1431 in der Eroberung Angkors mündete. Zu der Zeit war der Zerfall Angkors bereits weit fortgeschritten, und so wurde die Königsstadt kurze Zeit später aufgegeben.
Schon seit 1280 waren keine neuen Tempel und königliche Stätten mehr neu errichtet worden. Zuvor noch hatte jeder neue Herrscher neue Anlagen bauen lassen und seinen Sitz so innerhalb Angkors immer wieder verlegt. Die Abfolge der wichtigsten Königsstätten sieht chronologisch wie folgt aus:
- Preah Ko und Bakong (880-883) König Indravarman I
- Bergtempel Bakheng, sowie das östliche Baray (um 893) König Yasovarman: großes Wasserreservoir
- Ta Keo und Banteay Srei (960-970) König Jayavarman V: Kristalltempel, dem Gott Shiva geweiht
- Westlicher Baray (um 1020-1030) König Suryavarman I: großes Wasserreseroir
- Angkor Wat (1110-1150) König Suryavarman II: Haupttempel und größtes Heiligtum der Khmer
- Ta Phrom, Banteay Kdei und Preah Khan (1180-1200) König Jayavarman VII: Ta Phrom, das königliche Kloster
- Angkor Thom und Bayon Tempel (1181-1220) Konig Jayavarman VII: ehemalige Stadt und Tempel des Königs
Wer vertiefendes Interesse an der Geschichte Angkors hat, sollte unbedingt das National Museum Angkor in Siem Reap besuchen (ev. auch in Phnom Penh) und Ausflüge zu den historischen Anfängen auf den Phnom Kulen, nach Koh Ker und Beng Mealea einplanen.
Angkor Wat
Nur wenige Gebäude weltweit sind von solch monumentaler Größe, perfekter Schönheit und göttlicher Harmonie
wie der Angkor Wat. Erbaut zwischen 1113 und 1150 durch König Suryavarman II. war er wohl Tempel, Königssitz
und Mausoleum zugleich, in jedem Fall war er das Ebenbild des kosmisch-göttlichen Berges Meru und dem Hindugott
Vishnu geweiht. Suyavarman II wollte sich mit diesem Bauwerk unsterblich machen und seine große Macht beweisen.
Der Tempel als Abbild des göttlichen Paradieses sollte ihn schon zu Lebzeiten in den Himmel versetzen.
Auf der Grundfläche von zwei Quadratkilometern (1.300x1.500m) sollen während der Regentschafft Suryavarmans II. etwa 100.000 Menschen gelebt haben. Umgeben ist dieses Rechteck von einem 200m breiten Wassergraben, der den "schwimmenden" Tempel stabilisiert. Es gibt einen östlichen unbefestigten Zugang (für das Volk) und einen westlichen 12m breiten, gepflasterten Zugang für die Priester und den König. Dies ist verwunderlich, da Westen im Hinduismus und auch im Buddhismus für Tod steht. Deshalb spekulieren manche Experten, ob Angkor Wat eine Begräbnisstätte war.
Der eigentliche Tempelbereich ist von einer Mauer umgeben, die 1.030x840m lang ist und eine dreistufige
Pyramide begrenzt, dessen zentraler Turm 65m hoch ist.
Hat man den Haupteingang passiert, trifft man auf zwei 65 x 50m Wasserbecken. Der zentrale Tempel ist von
Galerien umgeben und steht auf einer ein Meter höher liegenden ersten Plattform mit den Ausmaßen 270x340m.
Weiter innen folgt die zweite Ebene mit 100x115m Größe. Hier beginnt der heilige Bereich, der nur von König
und Hohenpriestern betreten werden durfte. Die dritte Ebene schließlich liegt nochmals 13m höher und ist 75m
im Quadrat groß. Ihr Zentrum ist der mächtige von hier aus noch 42m hohe zentrale Prasat, der von vier weiteren
an den Ecken des Quadrates umgeben ist, und die zusammen die typische Silhouette des Angkor Wats bilden. Die
dritte Ebene erreicht man über 12 sehr steile (70 Grad) Steintreppen.
Die Wände der Galerien sind geschmückt mit wunderbaren Wandreliefen, die Kriegsszenen und den Kampf der
Götter gegen die Dämonen darstellen. Zudem sind im gesamten Tempelbereich über 1500 Frauenfiguren (Devata
[weibliche Gottheiten] und Apsaras [tanzende Nymphen]) an den Wänden und in Nischen dargestellt. Ausserdem
trifft man überall auf Nagas, steinerne Geisterfiguren.
Wer heute staunend vor der Pracht Angkors steht, kann wohl kaum ermessen, welche immense Organisation, Planung und unmenschliche Arbeit geleistet worden sind, um dieses für die Ewigkeit geschaffene Bauwerk in nur 35 Jahren zu erbauen.
Mehr zur Geschichte Kambodschas =>
Tonle Sap See
Der "große See" ist mit 2700 qkm Fläche (in der Trockenzeit) fünfmal so groß wie der Bodensee und der größte
Süßwassersee Südostasiens. Im September zum Höhepunkt der Regenzeit und nach der Schneeschmelze im Himalaya
vergrößert sich die Oberfläche des Tonle Sap auf bis 30.000 qkm. Ein Großteil von Zentralkambodscha steht dann
meterhoch unter Wasser.
Die Bewohner der Uferregionen haben sich auf diese dramatischen Veränderungen eingestellt und leben entweder auf hohen Stelzenhäusern oder auf schwimmenden Unterkünften. In der Trockenzeit (v.a. März/April) sind die Orte meist wasserlos, und man kann zwischen den Stelzenhäusern wie in ganz normalen Ansiedlungen herumlaufen. Während der Regenzeit aber benötigen alle Bewohner und Besucher Boote. Straßen gibt es keine.
Die Menschen am See leben in erster Linie vom Fischfang. Der Tonle Sap gilt als eines der Fisch reichsten Gewässer der Welt. Neben dem Fischfang wird Fischzucht betrieben. Auch Schlangen und Krokodile werden gezüchtet und verkauft. Leider ist die Ausbeutung des Sees in den letzten Jahren immer intensiver betrieben worden, so dass die enormen Fischbestände bereits zum Teil bedroht sind. Schutzprogramme soll der Gefahr für das Leben der Menschen in Zentralkambodscha entgegen wirken. Doch die immer größer werdende Nachfrage nah Fisch ist ein Problem. Zumal die natürliche Regulierung der Bestände auch noch durch andere Projekte gefährdet ist. Hierzu zählen in erster Linie die vielen bestehenden und geplanten Stauwerke entlang des Mekong.
Zur einzigartigen Besonderheit des Tonle Sap gehört die natürliche Regulierung seines Wasserstandes. Während der See in der Trockenzeit von Mitte November bis Anfang Juni durch den gleichnamigen Tonle Sap Fluss entwässert wird, und das Wasser Richtung Phnom Penh nach Süden abfließt, kehrt sich die Flussrichtung in der Regenzeit um. Dann drücken die gewaltigen Wassermassen des Mekong in den Tonle Sap-Fluss und zwingen ihn zur Umkehr seiner Fließrichtung. Dadurch füllt sich der See und vergrößert ihn um das 10fache.
Wer mit dem Schiff von Phnom Penh aus anreist, kann den See in seiner ganzen Größe stundenlang bewundern. Wer das nicht tut, sollte einen Ausflug von Siem Reap nach Chong Khneas am Ufer des Sees machen. Hier lassen sich die schwimmenden Häuser und Stelzenbehausungen besichtigen und den Menschen bei ihrem Alltag zuschauen. Kinder baden und spielen im See, Frauen waschen oder kochen, und Männer rudern mit ihren Booten durch das Dorf. Es gibt eine Krokodilfarm zu besichtigen oder ein Restaurantboot zu besuchen. In jedem Fall ist die Atmosphäre auf dem See besonders und erlebenswert.
In der Hochsaison kann es voll sein. Dann empfiehlt sich ein Ausflug in den ruhigeren und noch ursprünglicheren Nachbarort Kampong Phluk.
Der Prek Toal Bird Park
Das 32 Hektar große Schutzgebiet am nordwestlichen Ende des Tonle Sap kann ganzjährig besucht werden. Bei Ankunft an der Ranger Station ist die Eintrittsgebühr von 20 USD zu zahlen. Neben vielen kleinen Vögeln sind vor allem die großen Arten wie Pelikane, Störche und Fischadler zu bestaunen. Tourangebote gibt es in den meisten Hotels in Siem Reap oder Reiseagenturen vor Ort. Man kann sich aber auch individuell von Chong Khneas aus ins Schutzgebiet fahren lassen, was etwa 30 USD kostet. Übernachtungen im Park sind möglich, sollten aber im Voraus angekündigt werden, v.a. während der Hochsaison.


Kambodscha Riel