Tropenreisen
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Geschichte Balis


Bali Bereits kurz n. Chr. brachten indische Einflüsse den buddhistischen und hinduistischen Glauben nach Bali. Bis Ende des 17. Jahrhunderts wurde Bali von verschiedenen Königen regiert, die sich immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen mit der Nachbarinsel Java verstrickten. Am längsten währte das Reich des Dewa Agung, bis es 1651 in viele Fürstentümer zerfiel.

Im 14. Jahrhundert brachten arabische Seefahrer den Islam nach Indonesien, der schnell Anhänger fand und sich von Sumatra ausbreitete. Bali bewahrte jedoch den Hinduismus und nahm nach Zusammenbruch des Majapahit-Reiches viele Religionsflüchtlinge v.a. aus Java auf.

1509 erreichten portugiesische Seefahrer auf der Suche nach Gewürzen die Insel. Sie kontrollierten von den Molukken aus den Gewürzhandel, bis 1597 die Holländer mit ihrer Vereinten Ostindien Company das Monopol übernahmen. Sie bestand bis 1799 und fiel dann bankrott an die niederländische Regierung, die ein ausbeuterisches Kolonialsystem auf den Inseln installierte.

In der Folge der Napoleonkriege übernahmen die Briten 1811 niederländisch Ostindien (das Gebiet des heutigen Indonesien), mußten es aber unter Gouverneur Thomas Stamford Raffles 1816 wieder an die Niederlande zurückgeben. 1825 scheiterte ein einheimischer Aufstand gegen die holländischen Besatzer, und in der Folge verhinderten kriegerische Streitigkeiten unter den Einheimischen weitere Befreiungsaktionen. 1914 eroberten die Holländer schließlich ganz Bali.

Bali In den 20er Jahren entdeckten Künstler aus Europa und Amerika das Inselparadies und begründen den internationalen Tourismus. 1927 wurde das erste Hotel eröffnet.

Im selben Jahr gründete Sukarno die PNI-Volks-Partei mit dem Ziel der Befreiung des Landes von den Kolonialherren.

1942 besetzten die Japaner die Insel. Mit Kriegsende rrief Sukarno die Unabhängigkeit Indonesiens aus, was zum Krieg mit den Niederlanden führte. 1949 intervenierten die Vereinten Nationen unter amerikanischem Druck und Holland mußte die Unabhängigkeit Indonesiens 1950 anerkennen.

1963 brach der Vulkan Gunung Agung aus und tötete über 2.000 Menschen.

In den 70er Jahren begann der Massentourismus auf Bali, Kuta wurde zum Zentrum, mehr und mehr (auch hochpreisige) Hotelanlagen entstanden. 2004 besuchten über 1,5 Mio. Gäste die Insel. Die Wellness-Welle wurde von etlichen Hotels auf Bali professionell aufgegriffen. Das Angebot an luxuriösen und Wellness-orientierten Hotelanlagen stieg und machte Bali zu einer ersten Adresse weltweit.

Barong Legong

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts war Bali eines der wichtigsten und beliebtesten Reiseziele Südostasiens. Ein schwerer Einschnitt waren dann jedoch die Terroranschläge von 2002 und 2005, die viele Opfer forderten und den Tourismus vorübergehend stark einbrechen ließen. 2002 explodierte eine Autobombe vor einer Diskothek in Kuta. Der Anschlag war antiwestlich orientiert und tötete 202 Menschen. Darauf sanken die Gastzahlen dramatisch, erholten sich aber bald wieder. 2005 erfolgten die nächsten terroristischen Anschläge in Kuta und in Jimbaran und töteten 22 Menschen. Wiederum sanken die Besucherzahlen. Die als liebenswert und äußerst freundlich geltenden Balinesen waren verärgert und hofften, das alte Image der traumhaften Insel der Götter bald wieder zu erlangen.

In den folgenden Jahren erholte sich die Insel wirtschaftlich wieder, und der Tourismus wuchs stark an. Gleichzeitig führten Massentourismus und Bauprojekte zu Umweltproblemen, etwa Wasserknappheit, Müllbelastung und zunehmender Urbanisierung. Während der COVID-19-Pandemie ab 2020 kam der internationale Tourismus fast vollständig zum Erliegen, was die stark abhängige Wirtschaft Balis schwer traf. Viele Menschen verloren ihre Arbeit oder mussten in traditionelle Wirtschaftsformen zurückkehren. Seit 2022 erholt sich Bali wieder, doch die Regierung versucht zunehmend, nachhaltigen Tourismus zu fördern, um die negativen Folgen des Massentourismus zu begrenzen.


Geschichte Indonesiens

Bereits vor der Kolonialzeit existierten bedeutende Reiche wie Srivijaya und Majapahit, die den Handel und die Kultur der Region und darüber hinaus stark beeinflussten. Das Reich Srivijaya entstand im 7. Jahrhundert auf Sumatra mit Zentrum in Palembang. Es war kein klassisches Flächenreich, sondern ein See- und Handelsimperium, das die wichtigen Meerengen zwischen Indien und China kontrollierte, insbesondere die Straße von Malakka. Sein Reichtum beruhte auf Zöllen, Handel und seiner strategischen Lage. Srivijaya war zugleich ein bedeutendes Zentrum des buddhistischen Lernens; chinesische Pilger berichteten von Klöstern und Gelehrten vor Ort. Wichtige Tempelanlagen und religiöse Stätten aus dieser Zeit sind vor allem: Muara Takus (Sumatra): eine der wenigen erhaltenen buddhistischen Tempelanlagen, vermutlich ein religiöses Zentrum Srivijayas; Muaro Jambi (Sumatra): weitläufige Tempel- und Klosteranlage entlang eines Flusses, heute eine der größten archäologischen Stätten Indonesiens

Borobudur - Java Im 8. und 9. Jahrhundert entstand auf Java der Tempel Borobudur, der eng mit der Herrschaft der Sailendra-Dynastie verbunden ist. Die Sailendra-Dynastie war eine mächtige, buddhistisch geprägte Herrscherfamilie, die große Teile Zentraljavas kontrollierte. In dieser Zeit entwickelte sich die Region zu einem bedeutenden Zentrum des Mahayana-Buddhismus. Das Reich der Sailendra stand in engem Kontakt mit anderen buddhistischen Zentren Südostasiens, insbesondere mit Srivijaya auf Sumatra. Diese Verbindungen förderten Handel, Religion und kulturellen Austausch. Gleichzeitig existierten auf Java auch hinduistische Herrscherhäuser, was zu einer Koexistenz von Hinduismus und Buddhismus führte. Dies zeigt sich auch darin, dass in derselben Region bedeutende hinduistische Tempel wie Prambanan entstanden.

Borobudur wurde als monumentales religiöses Bauwerk errichtet, vermutlich zwischen etwa 750 und 850 n. Chr. Der Tempel ist keine klassische Tempelhalle, sondern eine riesige steinerne Anlage in Form eines kosmischen Mandalas. Pilger durchschreiten ihn auf spiralförmig ansteigenden Wegen, symbolisch als Weg von der Welt des Leidens zur Erleuchtung. Die Wände sind mit tausenden Reliefs geschmückt, die Szenen aus dem Leben Buddhas und buddhistischen Lehren darstellen. Die zahlreichen Stupas und Buddha-Statuen verkörpern spirituelle Vollkommenheit.

Borobudur wurde schließlich wahrscheinlich aufgrund von Machtverschiebungen oder auch Vulkanausbrüchen aufgegeben und im Laufe der Jahrhunderte von Vegetation und Vulkanasche bedeckt. Mit dem Aufstieg des Islam in Indonesien geriet der Tempel zusätzlich in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert, während der Kolonialzeit, wurde Borobudur von Europäern wiederentdeckt und später restauriert. Heute ist er eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Welt und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Auch Srivijaya verlor ab dem 11.-13. Jahrhundert an Einfluss, unter anderem durch Angriffe aus Indien und den Aufstieg neuer Mächte.

Das Reich Majapahit entstand Ende des 13. Jahrhunderts auf Java und gilt als eines der mächtigsten Reiche Südostasiens. Unter Herrschern wie Hayam Wuruk und seinem berühmten Minister Gajah Mada erreichte es im 14. Jahrhundert seine Blütezeit. Majapahit kontrollierte große Teile des heutigen Indonesiens und war ein Zentrum von Kunst, Literatur und hindu-buddhistischer Kultur. Anders als Srivijaya war es stärker territorial organisiert, blieb aber ebenfalls eng mit dem Seehandel verbunden. Bedeutende Tempelanlagen (Candi) aus der Majapahit-Zeit sind: Trowulan (Ostjava): archäologisches Gebiet der ehemaligen Hauptstadt mit Palastruinen und Tempelresten; Candi Penataran: größte hinduistische Tempelanlage Ostjavas, wichtiges religiöses Zentrum; Candi Tikus: eine besondere Wasser- und Badeanlage mit religiöser Funktion (im weiteren kulturellen Umfeld auch ältere Großtempel wie Prambanan, die die hinduistische Tradition Javas widerspiegeln)

Im 15. Jahrhundert zerfiel Majapahit allmählich, vor allem durch interne Konflikte und den Aufstieg neuer islamischer Sultanate. Der Islam gelangte ab dem 13. Jahrhundert nach Indonesien, nicht durch Eroberung, sondern vor allem durch Handel und kulturellen Austausch. Muslimische Händler aus Indien, Arabien und Persien brachten ihre Religion in die Hafenstädte des Archipels. Besonders auf Sumatra entstanden früh islamische Staaten wie das Sultanat von Aceh. Auf Java spielten die sogenannten Wali Songo ("neun Heilige") eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Islam, indem sie lokale Traditionen mit islamischen Elementen verbanden. Der Islam verbreitete sich relativ friedlich und passte sich oft an bestehende kulturelle Traditionen an. Bis zum 16. Jahrhundert wurde er zur dominierenden Religion in weiten Teilen Indonesiens und verdrängte nach und nach die hindu-buddhistischen Reiche wie Majapahit.

Die Inseln Bali und Lombok wurden aus unterschiedlichen Gründen nur teilweise bzw. kaum islamisiert. Als das Reich Majapahit im 15. Jahrhundert zerfiel und sich auf Java der Islam ausbreitete, flohen viele hindu-buddhistische Eliten, Priester und Künstler nach Bali. Dort etablierten sie eine neue kulturelle und religiöse Ordnung und Bali wurde so zum Zentrum des balinesischen Hinduismus, der bis heute dominiert. Anders als viele Küstenregionen Indonesiens blieb Bali relativ isoliert vom internationalen Handel, über den sich der Islam meist verbreitete.

Bali war durch das Meer und seine eigenen lokalen Herrschaften relativ gut abgeschirmt. Es gab keine starke islamische Macht, die die Insel dauerhaft eroberte oder kontrollierte. Im Gegensatz zu Java fehlten große muslimische Handelsstädte, die als Ausgangspunkt für religiöse Verbreitung hätten dienen können.

Batavia - Java Ab dem 17. Jahrhundert geriet das Gebiet zunehmend unter die Kontrolle der Niederländische Ostindien-Kompanie und später der Niederlande selbst, die das Gebiet als "Niederländisch-Indien" kolonisierten. Zu Beginn stand vor allem der Gewürzhandel im Mittelpunkt. Europäische Mächte wie Portugal und später dann die Niederlande wollten die lukrativen Handelsrouten kontrollieren. Die entscheidende Rolle spielte die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC), gegründet 1602. Sie errichtete Handelsstützpunkte und setzte ihre Interessen oft mit brutaler Gewalt durch. Sie kontrollierte wichtige Inseln der Gewürzinseln (Molukken) und gründete 1619 die Stadt Batavia (heute Jakarta) als Zentrum ihrer Macht. Lokale Herrscher wurden verdrängt, abhängig gemacht oder militärisch besiegt.

Nach dem Bankrott der VOC im Jahr 1799 übernahm der niederländische Staat direkt die Kontrolle. Im 19. Jahrhundert wurde die Kolonie systematisch ausgebaut. Besonders prägend war das sogenannte "Kultivierungssystem" (Cultuurstelsel), das ab 1830 eingeführt wurde. Bauern mussten einen Teil ihres Landes für Exportprodukte wie Kaffee, Zucker oder Indigo nutzen und diese an die Kolonialmacht abgeben. Dieses System brachte den Niederlanden große Gewinne, führte aber in Indonesien zu Armut, Hungersnöten und sozialer Not. Gleichzeitig baute die Kolonialmacht Infrastruktur wie Straßen, Eisenbahnen und Häfen aus, allerdings vor allem zur wirtschaftlichen Ausbeutung im eigenen Sinne.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nahm der Widerstand gegen die Kolonialherrschaft zu. Besonders langwierig war der Krieg in Aceh (1873-1904), bei dem die Niederlande große militärische Ressourcen einsetzen mussten. Gleichzeitig entstand eine moderne indonesische Nationalbewegung. Organisationen wie Budi Utomo (1908) und später politische Gruppen forderten mehr Mitbestimmung und schließlich Unabhängigkeit. Führende Persönlichkeiten wie Sukarno wurden zu Symbolfiguren des Widerstands.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Indonesien von Japan besetzt (1942-1945). Nach der Kapitulation Japans rief Sukarno am 17. August 1945 die Unabhängigkeit aus. Es folgte ein mehrjähriger Unabhängigkeitskrieg gegen die Niederlande, der 1949 mit der internationalen Anerkennung Indonesiens endete.

In den ersten Jahren war Indonesien politisch instabil. Präsident Sukarno etablierte schließlich ein autoritäres System (gelenkte Demokratie). Ein entscheidender Wendepunkt war 1965. Nach einem gescheiterten Putsch kam es zu massiven antikommunistischen Säuberungen, bei denen Hunderttausende Menschen getötet wurden. General Suharto übernahm daraufhin die Macht und errichtete die sogenannte 'Neue Ordnung', eine autoritäre, aber wirtschaftlich auf Wachstum ausgerichtete Regierung, die bis 1998 bestand.

Die Asienkrise 1997/98 führte zum Sturz Suhartos und leitete eine Phase der Demokratisierung (Reformasi) ein. Seitdem entwickelte sich Indonesien zu einer demokratischen Republik mit regelmäßigen Wahlen und wachsender politischer Stabilität. Im 21. Jahrhundert hat sich Indonesien zu einer der größten Volkswirtschaften Südostasiens entwickelt. Gleichzeitig steht das Land vor Herausforderungen wie Korruption, Umweltproblemen und regionalen Ungleichheiten. Insgesamt ist Indonesiens Geschichte durch den Übergang von Kolonialherrschaft über autoritäre Systeme hin zu einer vergleichsweise stabilen Demokratie gekennzeichnet.

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